“Das Cafe Mirbach stand kurz vor dem Ruin”

19. Februar 2018
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Am Rande des “Komponistenviertel”-Konzerts im Cafe Mirbach bot sich Pankow LIVE die Gelegenheit für ein exklusives Interview mit Oliver Mück. Er ist Geschäftsführer der HASO Gastro GmbH, betreibt das Mirbach mit drei weiteren Gesellschaftern.

Herr Mück, wie sind Sie zum Cafe Mirbach gekommen?

Mück: Vor knapp einem Jahr haben wir dieses Lokal vor einem Zwangsverkauf gerettet und uns in dieses Projekt hineingestürzt – mit dem Ziel, diesem Lokal das „alte“ Ambiente und den ehemaligen guten Ruf zurückzugeben, den wir als langjährige Stammgäste kannten.

Ich habe elf Jahre in Bayern gelebt und musste bei meiner Rückkehr in den alten Kiez feststellen, dass eines meiner Lieblingslokale kurz vor dem Ruin stand. Die alte Betreiberin hatte das „Mirbach“ mit wenig Engagement weitergeführt, da ihr wegen eines neues Projekt die Bewirtschaftung des Lokals über den Kopf gewachsen ist.

Welche Geschichte hat das Café?

Das Mirbach hat eine 16jährige Vergangenheit, gestaltet durch die ehemalige Wirtin, die das Café als Einzelunternehmen führte. Aufgrund diverser Umstände ließ sie das Geschäft in den letzten drei Jahren ein wenig schleifen.

Mit fatalen Folgen. Der Ruf und die Küche wurden schlechter, die Wartezeiten auf das Essen wurden aufgrund des Personalmangels länger und gab es keine Kapazitäten, diese Zustände zu ändern. Und somit gab es den Flair und den Einfluss, den dieses Lokal früher ausgeübt hatten in Form von Veranstaltungen, Lesungen und Ausstellungen nicht mehr.

Vielseitige Veranstaltungen und viele Veränderungen

Es gab verschiedene Veranstaltungen. Discoabende, Popmusik und Liveabende gab es vier- bis fünfmal jährlich. Diesen Gedanken regelmäßiger Veranstaltungen haben wir wieder aufgegriffen und veranstalten seit November 2017 ziemlich erfolgreich immer samstags Livemusik.

Ursprünglich haben wir auch Discoabende geplant, aber Discotheken und Tanzveranstaltungen gibt es genügend; vernünftige Livemusik in einem schönen Ambiente in gediegener Atmosphäre, daran fehlt es.

Wir mussten feststellen, dass die Stadt für die Personengruppe 40+ wenig in dieser Richtung bietet. Aus diesem Grund haben wir den Mottoabend mit der Johnny-Cash-Coverband „Komponistenviertel“ durchgeführt; angefangen haben wir im Dezember 2017.

Daneben bringen wir hier Folkmusik, es spielen Laienkünstler aus der Umgebung, aber auch Jazz und Swing stehen auf dem Programm (Anmerkung der Redaktion: Einen Überblick über die Veranstaltungen finden Sie auf der Internetseite des Cafe Mirbach).

Außerdem wird es ab April Lesungen geben. Auch hier werden Kunst und kulinarische Genüsse miteinander verbunden.

Genießen können die Gäste Berliner Köstlichkeiten wie Klopse, Rouladen und Wildgulasch mit einem modernen „Pfiff“ in neuer, eigener Interpretation überwiegend regionaler Produkte. Es geht letztlich um die Zusammenführung niveauvoller Kultur mit niveauvollem hochwertigem Essen.

Gäste sind heiß auf Berliner Köstlichkeiten

Die Gäste erwartet ein nostalgisches Ambiente in Anlehnung an das Hotel Adlon der 20er-Jahre. Das Café strahlt aufgrund des bunt durchgewürfelten Mobilaras eine ganz besondere Rustikalität aus.

Jeden der zu uns kommt erwartet die Originalität der Küche mit den Neuinterpretationen bekannter Berliner Köstlichkeiten. Unser Anspruch an Kunst und Kultur, das Entertainment und die Unterhaltung durch unser Servicepersonal und generell die Show, die wir jeden Abend hier bieten, sind einen Besuch wert.

Publikumsmagneten: Mirbach-Schnitzel und Tatort-Schauen

Das Mirbach–Schnitzel, wahlweise mit Spiegelei und/oder Bratkartoffeln. Da wir das Glück haben und regelmäßig einen eigenen Patissier im Haus haben, sind unsere Torten ebenfalls ein Renner! Und ein weiteres Highlight ist der Sonntagsbrunch von 10 bis 15 Uhr.

Ein weiterer Klassiker steht nicht auf der Speiskarte, ist aber eine Besonderheit. Jeden Sonntagabend kann man im Mirbach in gemütlicher Runde den Tatort schauen.

Im Sommer ist die große Terasse geöffnet

Wir haben ca. 100 Sitzplätze zur Verfügung. Bei Veranstaltungen können zuzüglich der Stehplätze bis zu 150 Personen zu uns kommen. Im Sommer steht auch wieder die große Terrasse mit 160 weiteren Sitzplätzen zur Verfügung.

Das Interview führte Steffen Pahl.
Foto: Café Mirbach

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