TFFB in der Wabe: Pankow tanzt – und feiert drei Tage lang Volksmusik

In der Wabe (Prenzlauer Berg) stieg am Wochenende das Tanz- und Folk-Festival Berlin (TFFB). Vielfältige Musiker, Tänzer und Musikliebhaber trafen sich von Freitag bis Sonntag in der kultigen Event-Location in der Danziger Straße, tanzten traditionelle Tänze, lauschten und feierten zu internationaler Volksmusik.

SpreeFolk möchte lokale und regionale Bands stärken

Der Publikumszuspruch war gut, die Wabe gefüllt.  Spontan vorbei- und reinschauende Gäste fanden sich unter den Gästen wie reichlich junges Publikum. “Seit einiger Zeit haben wir nicht zwingend einen Generationenwechsel, aber eine bunte Mischung”, berichtete Andrea Hotzko vom TFFB-Organisationsteam. Dass die Veranstaltung einen guten Publikumszuspruch hatte, habe die Organisatorin nicht, sagte Hotzko. Abende wie in der Wabe am Wochenende würden der “Anonymisierung der Großstadt” entgegenwirken.

Gemischtes Publikum

“Man kann hier einfach mitmachen, die Tänze sind nicht schwer zu lernen”, sagte Hotzko. Menschen, die sich nie gesehen hätten, würden an solchen Abenden sofort ins Gespräch kommen, sich gegenseitig zum Tanzen animieren.

Musiker zeigen vollen Körpereinsatz

Veranstaltet wurde das TFFB auch vom Verein SprreFolk, dem Schirmherren des Festivals. Das Tanz- und Folksfestival Berlin fand zum zweiten Mal in der Wabe statt. Das Konzept: Die Veranstalter wollen Berliner und regionale Bands stärken, erklärte Hotzko. So spielten unter anderem die Berliner Band “Stimmt so” (Freitag) und das “Budweis Quartett”.

Band “Stimmt So”

Auch internationale Küsntler fanden den Weg in den Berliner Nordosten: Aus Südfrankreich etwa, von der Grenze zu Spanien, brachte die Band “Cocanha” traditionelle Musik aus ihrer Heimat mit in die Wabe, erweckten dort uralte Lieder aus den Pyrenäen und in okzitanischer Sprache zu neuem Leben. Mit Händen, Füßen und dem Saiten-Tamburin schlugen die drei jungen Frauen die Tanzrhythmen und ließen Melodien pulsieren. In der Wabe machten sie – begleitet von Rhytmus-Instrumenten – traditionelle Musik mit dem traditionellsten Instrument des des Menschen: der eigenen Stimme.

Wichtigster als die künstlerischen Darbeitungen sei beim Festival der Gemeinschaftssinn unter den Gästen, sagt Hotzko. “Das ist der springende Punkt in dieser Musik- und Tanzszene: etwas respektvoll miteiander machen.” Beim TFFB gehe es nicht darum, wer am besten spiele, der Virtuoseste sei.

Alles begann mit einem Dudelsack in Frankreich

“Bal Folk (französisch bal – „Tanzveranstaltung, Ball“; folk – „folkloristisch“) bezeichnet im Französischen in etwa dasselbe wie der deutsche Begriff Volkstanzabend. Der französische Bal Folk hat seine Wurzeln aber im Folk-Revival der 1970er Jahre. Beteileigt waren an ihm politische, urban-studentische und traditionalistische Kreis.

“In Deutschland nennt man das Volkstanz, aber inzwischen ist es sehr verbreitet unter dem Namen Bal Folk”, erklärt Hotzko. Sie unterrichtet in Berlin ein Instrument, dass eher weniger zum Mainstream zählt: den Duselsack. Auf dessen Geschmack kam Hötzkow, als sie ein Folk-Festivsal in Frankreich besuchte, wo traditionelle Musik gespielt wurde – Volksmusik. “Aber nicht so volkstümliche Musik, die wir so aus den Medien kennen, sondern Musik, die schon vor 200, 300 Jahren gespielt wurde”, erklärt Hotzko, die damals bereits eine klassische Musikausbildung absolviert.

BalFolk mit Cocanha, aus Frankreich

Hötzow erinnert sich: “Ich war überrascht, dass die Leute einfach so frei loslegen und Meldodien spielen, die eingänig sind, schnell ins Ohr gehen – und dass Leute sofort dazu tanzen.” Diese Freiheit und das Freundschaftliche habe sie fasziniert.

Fotos: Pankow LIVE
Video: Pankow LIVE



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