Hohes Armutsrisiko in Berlin – Pankow ist die Ausnahme

1. März 2018
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Einem Sozialbericht zufolge gehört Berlin weiter zu den Bundesländern mit dem größten Armutsrisiko. In einigen Bezirken aber wächst die Zahl der sozialen Aufsteiger, allen voran in Pankow.

Berlin Pankow Panorama mit Fernsehturm IMG_0503

Berlin Pankow Panorama

Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg hat am Mittwoch seinen Regionalen Sozialbericht 2017 vorgestellt: Darin steht, dass das Armutsrisiko in der Hauptstadt in den vergangenen Jahren leicht gestiegen ist. Rund jeder sechste Berliner gilt demnach als armutsgefährdet. In der vorigen Ausgabe des Berichts zum Jahr 2015 war es durchschnittlich jeder Siebte. Im bundesweiten Vergleich stehen drei Länder schlechter als Berlin.

Mit Abstand die geringste Quote

Laut Bericht zählen vor allem die Bezirke Pankow und Friedrichshain-Kreuzberg mehr Bewohner, die zu sozialen Aufsteigern gehören. In Pankow sind stadtweit die wenigsten Berliner armutsgefährdet: rund sechs Prozent. Es folgen Steglitz-Zehlendorf und Treptow-Köpenick mit je rund elf Prozent Armutsrisiko.

Das höchste Armutsrisiko gibt es in Neukölln (26%), Mitte und Spandau, wo jeweils etwa jeder vierte Einwohner von Armut bedroht ist. In Friedrichshain-Kreuzberg ist trotz positiver „Aufsteiger“-Tendenz immer noch rund jeder Fünfte armutsgefährdet.

Neuer Armutsfaktor: Miete

Besonders groß ist der Anteil Armutsgefährdeter nach Angaben der Landesbehörde bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren (31,4 Prozent) und bei Minderjährigen (22,7 Prozent). Auch die Mietentwicklung ist ein Faktor – und erstmals ein Thema im Sozialbericht: Die Mieten stiegen demnach schneller als die Haushaltseinkommen. Nahezu jeder zweite armutsgefährdete Mieter gebe mehr als 40 Prozent des Haushalts-Nettoeinkommens für die Miete aus. Der Anteil stieg auch bei den nicht Armutsgefährdeten – auf 9 Prozent.

Das Glück der frühen Geburt

Alleinerziehende und Familien mit mehr als drei Kindern etwa bleiben dem Bericht zufolge stärker davon bedroht, in die Armut abzurutschen. Berliner Rentner sind im Vergleich zu jüngeren relativ gut gestellt – als armutsgefährdet gilt etwa jeder zehnte Rentner.

In Berlin gilt als armutsgefährdet, wer monatlich weniger als 923 Euro verdient. Wer weniger als 769 Euro verdient, gilt als arm. Bei Arbeitslosen ist das Armutsrisiko traditionell besonders erhöht. Im Jahr 2016 waren in der Hauptadt laut Sozialbericht rund vier von zehn Langzeiterwerbslose armutsgefährdet (61,3%). Frauen (52,5 %) waren dabei seltener betroffen als Männer (68,0%).

Bildung entscheidet wesentlich

43,7 % aller Berliner, die in Haushalten leben, wo der oder die Haupteinkommensbezieher(in) ein niedriges Bildungsniveau hat, sind laut Bericht armutsgefährdet. Bei einem mittleren Bildungsniveau liegt das Armutsrisiko bei 16,4 Prozent – und damit auf einem durchschnittlichen Niveau. Bei hochqualifizierten Haupteinkommensbeziehern sind Haushaltsmitglieder eher vor Armut geschützt, die Armutsgefahr beträgt dann 6,4 Prozent – was laut Sozialbericht in etwa der Armutsgefährdungsquote des Bezirks Pankow entspricht.

Fotos: Pankow LIVE, Symbolfoto Pixabay

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