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Identischer Stammzellspender für Alina gefunden

11. Juli 2019
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Hoffnung für Alina

Die kleine Alina aus Berlin ist gerade einmal zehn Jahre alt und hat die Diagnose Blutkrebs. Nur eine Stammzelltransplantation kann helfen. In einer groß angelegten Typisierungsaktion hat die DKMS in Kooperation mit dem Helios Klinikum Berlin-Buch nach einem passenden Spender gesucht. Die freudige Nachricht: Ein Spender ist gefunden!

Damit hat Alina gute Chancen, wieder gesund zu werden. Zurzeit ist sie wieder Patientin in der Kinderklinik im Helios Klinikum Berlin-Buch. Der letzte Chemoblock hat ihr Immunsystem sehr geschwächt. Sie hat Fieber, erhält Bluttransfusionen. Trotz allem lässt sich Alina nicht unterkriegen, kämpft tapfer weiter und wartet auf die langersehnte Transplantation.

Im Oktober 2016 erhält Alina die Diagnose „Akute lymphoblastische Leukämie“ – Blutkrebs. Schon einmal hat die Zehnjährige Krebszellen besiegt, doch die Krankheit kommt zurück. Schnell steht fest: Alina benötigt eine Knochenmarktransplantation. Ohne eine Stammzellenspende wird sie die Krankheit nicht überleben. „Einen genetischen Zwilling als Stammzellspender gab es noch nicht. Wir haben dann entschieden, den Vater als Spender vorzubereiten. Da jedes Elternteil aber nur die Hälfte seiner Gene an ihre Kinder weitergibt, passt eine Stammzellspende des Vaters auch nur zu 50 Prozent zu Alinas Immunsystem“, erklärt Priv.-Doz. Dr. med. Patrick Hundsdörfer, Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin im Helios Klinikum Berlin-Buch. Eine Stammzelltransplantation vom Vater ist zwar inzwischen technisch machbar, die Stammzellspende muss vor der Transplantation jedoch speziell aufbereitet werden. „Das ist sehr viel komplexer, als eine Stammzellenspende von einem genetischen Zwilling zu verwenden“, so Dr. Hundsdörfer.

Suche erfolgreich

Nachdem lange Zeit kein passender Stammzellspender für Alina gefunden werden konnte, identifizierte die DKMS nun kurz vor der geplanten Transplantation doch noch einen passenden Spender. „Wir werden einmal pro Woche von der Charité über den aktuellen Stand der Spendersuche informiert. Unter den neu registrierten Stammzellspendern ist erfreulicherweise jemand für Alina dabei“, sagt Dr. Hundsdörfer.

Für die tapfere Alina genau der richtige Zeitpunkt. Die Leukämie ist durch Chemotherapien so weit wie nur möglich zurückgedrängt. „Alina geht im optimalen Zustand und ohne Nachweis von aktiver Leukämie in die Transplantation. Sie hat jetzt bestmögliche Voraussetzungen dafür“, erklärt Dr. Hundsdörfer.

Transplantation im August

In der Charité wird alles zur Transplantation am 06. August vorbereitet. Sind die Stammzellen vom Spender entnommen, erhält Alina diese als Transfusion ins Blut. Vorher wird ihr Körper noch bestrahlt, um ihr eigenes, krankes Knochenmark vollständig zu zerstören. Dann können sich die neuen Stammzellen einnisten und vermehren. Wenn alles gut geht, bilden sie dort gesunde Blutzellen und damit ein neues Immunsystem, welches eventuell verbliebene Leukämiezellen zerstören kann. Alina wird zeitweise keine eigene Blutbildung mehr haben und daher abhängig von Bluttransfusionen sein. Sie wird in dieser Zeit außerdem extrem anfällig für Infektionen sein, so dass eine ganze Reihe von Medikamenten gegen Bakterien, Viren und Pilze notwendig sein wird. Alina muss von der Außenwelt isoliert und darf nur von engsten Familienmitgliedern besucht werden, die ganz besondere Vorsichtsmaßnahmen einhalten müssen. Drei bis sechs Monate dauert es, bis sich ein neues, gesunde Immunsystem etabliert hat.

„Wir sind sehr froh, dass ein passender Spender für unsere Tochter gefunden wurde. Ganz herzlichen Dank bei den zahlreichen Unterstützern“, sagt Alinas Mutter. Die ganze Familie ist nun voller Hoffnung, Kraft und Zuversicht.

Quelle: Helios Klinikum Berlin Buch | Fotos: Thomas Oberländer | Helios Kliniken

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