Advent, Advent, ein Lichtlein brennt: Kinderunfälle vermeiden

Kerzenlicht, Plätzchenbacken, heiße Getränke und ein offenes Feuer gehören in vielen Familien zur Adventszeit. Leider oft auch Verbrennungen und Verbrühungen als Folge von Unfällen. Verletzungen dieser Art zählen zu den schmerzhaftesten überhaupt. Allein in Deutschland werden deshalb jährlich etwa 7.000 Kinder stationär behandelt. Umso wichtiger ist es, aufmerksam zu sein, vorzusorgen und im Fall der Fälle richtig zu handeln. Drei Fragen zum Thema „Sicher durch den Advent“ beantwortet Prof. Dr. Christian Wrede, Chefarzt des Notfallzentrums im Helios Klinikum Berlin-Buch.

In wenigen Tagen beginnt der Advent. Welche besonderen Gefahren birgt diese Zeit für Kinder?

Bei kleineren Kindern kann es insbesondere in der Adventszeit zu Verbrühungen durch Tassen mit heißen Getränken, die vom Tisch heruntergezogen werden, oder durch Töpfe mit kochenden Flüssigkeiten vom Herd kommen. Auch Verbrennungen durch das Berühren von heißen Herdplatten oder Backofen-Türen, das Greifen nach brennenden Kerzen oder an heiße Kaminofentüren können sehr schmerzhaft und gefährlich sein. Bei etwas älteren Kindern können Verbrennungen durch heißes Kerzenwachs oder durch offenes Feuer vorkommen. Umso wichtiger ist es, in solchen Notfällen richtige Maßnahmen zur ersten Hilfe zu kennen, vor allem zur Kühlung und Schmerzlinderung.

Welche Vorsichtsmaßnahmen empfehlen Sie zur Vermeidung solcher Unfälle?

Tassen und Gefäße mit heißem Inhalt sollten in die Mitte des Tisches gestellt werden, der keine überhängende Tischdecke hat. Die Reichweite von Kinderarmen ist größer als man denkt. Beim Kochen sollten die Griffe von Töpfen und Pfannen nach hinten gedreht oder nur hintere Kochbereiche am Herd genutzt werden. Kinder sollten unter Aufsicht sein, wenn Herd, Backofen oder Grill in Betrieb sind. Feuerzeuge, Streichhölzer, Spiritus, Brennpaste u.ä. sind bitte immer an einem kindersicheren Ort aufzubewahren. Auch zusätzliche elektrische Geräte wie Raclette und Fondue sind Unfallquellen. Kinder sollten in der Nähe von offenem Feuer, Kerzen und elektrischen Leitungen niemals unbeaufsichtigt sein. Selbst Lichterketten sind oft Stolperfallen. Und für alle Fälle muss jede Familie die Rufnummer der Feuerwehr 112 kennen!


Was ist zu tun, wenn trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch etwas passiert?

Sofortmaßnahmen sind: Mit dem verunfallten Kind weg von der Gefahrenquelle, Wunde sofort mit 10-18 Grad kühlem bis lauwarmen sanft fließendem Wasser etwa 1-2 Minuten kühlen, Notruf 112 anwählen oder in das nächstgelegene Notfallzentrum fahren. Bei Verbrühungen die Kleidung rasch, aber vorsichtig entfernen, ggf. aufschneiden, statt über den Kopf zu ziehen. Eingebrannte Kleidung bleibt an, bis professionelle Hilfe da ist! Babys und kleine Kinder kühlen schnell aus. Eine leichte Decke hilft, die Körpertemperatur zu halten. Nach dem Kühlen kann die Wunde mit einer sterilen Kompresse aus dem Verbandkasten locker bedeckt werden. Brandblasen nie öffnen! Säuglinge und Kleinkinder sollten nach Verbrennungen und Verbrühungen in jedem Fall einem Arzt vorgestellt werden. Bei allen Maßnahmen gilt: Ruhe bewahren. 

Quelle: Helios Klinikum Berlin-Buch | Foto: Thomas Oberländer/Helios Kliniken

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